Beobachtetes Signal · 5. Mai 2026 · Regulation · Quelle: t3n · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Britische Kinder umgehen Altersverifikation im Netz systematisch
Seit das britische Online Safety Act von 2023 eine verpflichtende Altersverifikation auf bestimmten Webseiten eingeführt hat, nutzen Kinder laut einer Studie von Internet Matters zahlreiche Methoden zur Umfrage zufolge, um diese Hürden zu umgehen. Die Befragung von 1.270 Kindern im Alter von 9 bis 16 Jahren sowie deren Eltern zeigt, dass viele Minderjährige Altersgrenzen für leicht überwindbar halten. Zu den gängigen Taktiken gehören gefälschte Geburtsdaten, die Nutzung von Erwachsenen-Logins, VPNs zur Standortverschleierung und das Überlisten von Gesichtsscannern – etwa durch aufgemalte Schnurrbärte. Teilweise unterstützen Eltern die Umgehung aktiv. Zwar bemerken viele Befragte seither mehr kindgerechte Inhalte und Filter, doch eine Minderheit hält die staatlichen Schutzmaßnahmen für ausreichend. Die Ergebnisse verdeutlichen erhebliche Lücken in den regulatorisch geforderten Identity-Management- und Altersprüfsystemen, was weitreichende Implikationen für Publisher, Plattformen und AdTech-Anbieter hat, die datenschutzkonforme Checkouts und Compliance-Richtlinien implementieren müssen.
Die Ergebnisse offenbaren gravierende Schwachstellen in den durch britische Regulierung vorgeschriebenen Identity-Management- und Altersprüfsystemen. Dies hat direkte Auswirkungen auf Publisher, Plattformen und Technologieanbieter, die konforme Verification-Flows und Child-Safety-Richtlinien entwickeln müssen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das britische Online Safety Act trat 2023 in Kraft und schreibt auf bestimmten Webseiten eine Altersverifikation vor.
- Für den Bericht befragte Internet Matters 1.270 Kinder im Alter von 9 bis 16 Jahren sowie deren Eltern.
- 32 % der befragten Kinder gaben an, Altersverifikationen aktiv umgangen zu haben; 46 % halten entsprechende Hürden für leicht überwindbar.
- Häufig genutzte Umgehungsmethoden sind falsche Geburtsdaten (13 %), fremde Erwachsenen-Logins (9 %), VPNs sowie das Austricksen von Gesichtsscannern (z. B. durch aufgemalte Schnurrbärte).
- 26 % der Kinder erklärten, dass ihre eigenen Eltern ihnen bei der Umgehung von Altersbeschränkungen geholfen haben.
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Britische Minderjährige umgehen Altersverifikation im Netz systematisch
Ein t3n-Bericht über eine Studie von Internet Matters verdeutlicht, dass britische Kinder die im Rahmen des Online Safety Act von 2023 eingeführten Alterskontrollen regelmäßig umgehen. Befragt wurden 1.270 Minderjährige im Alter von 9 bis 16 Jahren sowie deren Eltern. Obwohl viele Nutzer vermehrt auf Content-Filter stoßen, halten 46 Prozent die Altersabfragen für leicht austrickssbar und 32 Prozent gaben an, diese aktiv umgangen zu haben. Zu den angewandten Methoden gehören falsche Geburtsdaten, die Nutzung von Erwachsenen-Logins, VPN-Geo-Spoofing sowie das Täuschen von Gesichtserkennungssystemen durch aufgemalte Bärte. In 26 Prozent der Fälle halfen sogar die Eltern beim Umgehen der Restriktionen. Die Ergebnisse offenbaren gravierende Herausforderungen hinsichtlich der Durchsetzung und technischen Effizienz für Publisher und Plattformen bei der Implementierung von Altersverifikationsmaßnahmen.
Minderjährige umgehen Altersverifikation im Netz mit einfachen Tricks
Eine Studie der britischen Nonprofit-Organisation Internet Matters offenbart erhebliche Sicherheitslücken bei digitalen Altersprüfungen. Rund die Hälfte der befragten Minderjährigen gab an, bestehende Systeme problemlos austricksen zu können. Zu den gängigen Methoden zählen das Aufmalen von Bärten mit Kosmetikstiften, das Filmen erwachsen wirkender Videospielcharaktere oder gezielte Grimassen, um algorithmische Erkennungstools zu täuschen. Vor dem Hintergrund weltweit verschärfter Gesetze zur Altersverifikation – die häufig das Hochladen amtlicher Ausweisdokumente erfordern – wächst die Kritik an der praktischen Wirksamkeit dieser Maßnahmen. Während Technologiegiganten wie Apple, Reddit, Meta und Discord unterschiedliche Ansätze zur Compliance implementieren oder verschieben, warnen Datenschützer vor den Risiken sensibler Identitätsdatenbanken, die anfällig für Leaks und Hackerangriffe sind.
Großbritannien prüft Social-Media-Verbot für Minderjährige
Die britische Regierung hat eine dreimonatige Konsultation zu Online-Sicherheitsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche auf Social Media, in KI-Chatbots sowie auf Gaming-Plattformen eingeleitet. Im Fokus stehen neben einem potenziellen Mindestalter für den Zugang zu Social Media auch weniger drastische Interventionen wie die Deaktivierung stark suchterzeugender Funktionen, nächtliche Nutzungsverbote sowie strengere Vorgaben für die Altersverifikation. Die Initiative knüpft an den unter der Vorgängerregierung verabschiedeten Online Safety Act an und zielt darauf ab, Minister bei rasanten technologischen Entwicklungen mit schnelleren Handlungsbefugnissen auszustatten. Zur Teilnahme aufgerufen sind Eltern, Jugendliche, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Industrie. Der britische Werbeverband ISBA signalisierte Unterstützung für eine verhältnismäßige Regulierung zum Schutz von Minderjährigen und der Brand Safety.
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