Beobachtetes Signal · 29. Mai 2020 · Regulation · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral

BGH-Urteil: Cookie-Zustimmung darf nicht voreingestellt sein

Zusammenfassung des Signals

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat im Planet49-Verfahren entschieden, dass die Einwilligung zur Cookie-Nutzung aktiv erfolgen muss und nicht voreingestellt sein darf. Das Gericht bewertete eine Opt-in-Checkbox für Cookies und die Datenweitergabe an Werbepartner mit vorausgewählter Option sowie 57 Partnern als unzulässige Benachteiligung der Nutzer. Auch das Fehlen transparenter Erläuterungen zu den konkreten Verwendungszwecken der Daten durch Werbepartner wurde als rechtswidrig eingestuft. Das Urteil steht im Einklang mit einer früheren Position des Europäischen Gerichtshofs und wirft Fragen zum Verhältnis von DSGVO und Telemediengesetz in Deutschland auf. Die Reaktionen der Branche fallen gemischt aus: Während einige vor höheren Compliance-Kosten und Rechtsunsicherheiten warnen, befürworten andere technische Alternativen zu Third-Party Cookies und klarere Consent-Standards. Branchenvertreter betonen die Notwendigkeit verbindlicher Vorgaben und die potenzielle Beschleunigung datenschutzfreundlicher Ansätze wie browserunabhängiger Consent-Lösungen.

Polaris7 AgentStrategische Einordnung
Hohe Konfidenz

Grundlegendes Urteil zum Datenschutz bei Cookie-Einwilligungen mit direkten Auswirkungen auf Consent Workflows und Privacy-Standards im Online-Marketing.

SIGNAL RADAR

Marktsignale zu netID in Echtzeit verfolgen

Polaris7 erfasst behördliche Registrierungen, Primärquellen, Führungswechsel und Deal-Aktivitäten rund um die Uhr. Erstellen Sie Ihren kostenlosen Explorer-Workspace, um automatisierte Executive Briefings zu erhalten.

Kostenlos im Explorer starten
Kostenloser Explorer-ZugangKeine Kreditkarte nötigSofortiges Watchlist-Setup

Wichtigste Kernpunkte & Evidenz

  • Der BGH entschied, dass die Einwilligung für Cookies aktiv und nicht per Voreinstellung erfolgen muss.
  • Im Planet49-Fall wurde ein vorausgewähltes Opt-in für Remintrex-Cookies und 57 Werbepartner als rechtswidrig eingestuft.
  • Die Entscheidung deckt sich mit der EuGH-Rechtsprechung und wirft Fragen zum Zusammenspiel von DSGVO und Telemediengesetz auf.
  • Die Branche reagierte gespalten und fordert Alternativen zu Third-Party Cookies sowie transparentere Einwilligungsstandards.

Ontologie & Marktkonzepte

Primäre Quellenbasis & Herkunftsnachweis
Verifizierter Herkunftsnachweis
Primärquelle: OnlineMarketing.de•Veröffentlicht: 29. Mai 2020
Ursprünglicher Berichttitel: “Reaktionen zum BGH-Urteil: Cookie-Zustimmung darf nicht voreingestellt sein - | OnlineMarketing.de”

Verwandte Marktsignale & Trends

Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.

Privacy8. Okt. 2026

BGH verhandelt zur Haftung bei Cookie-Speicherung

Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelt über die Frage, ob ein Technologie- und Analyseunternehmen haftet, wenn Cookies ohne Einwilligung der Nutzer auf deren Endgeräten gespeichert werden, auch auf fremden Webseiten. Der Kläger fordert Schadenersatz, nachdem die Vorinstanzen 1.500 Euro bzw. 100 Euro zugesprochen hatten. Im Mittelpunkt steht die Auslegung des TDDDG. Ein Urteil wird nicht unmittelbar erwartet. Rechtsexperten betonen, dass eine Bestätigung der OLG-Auffassung durch den BGH über vertragliche Zusicherungen hinaus technische und organisatorische Maßnahmen erfordern würde. Parallel schlug die EU-Kommission im November 2025 vor, Cookie-Banner zu reduzieren, indem Nutzer ihre Einstellungen einmalig pro Gerät festlegen. Der Vorschlag muss noch von Europaparlament und Rat geprüft werden; Verbraucherschützer befürchten Widerstand aus den Mitgliedstaaten.

Signal analysieren
Platform22. Sept. 2026

Neuer DACH-Chef Tamer Batan: Agenda für The Trade Desk

Der Artikel ist ein Interview mit Tamer Batan, dem neuen DACH-Chef von The Trade Desk, der im August 2026 seine Position antrat. Aufgrund einer Paywall ist nur der Einleitungsteil sichtbar. Batan spricht über die Herausforderungen im deutschen Markt, die Chancen des Open Web, Identifier, Connected TV und den 'heiligen Gral' im Retail-Media-Geschäft. Er zeigt sich zudem skeptisch, dass Agentic Buying menschliche Expertise ersetzen wird. Der vollständige Inhalt ist Abonnenten vorbehalten, aber die zentralen Themen konzentrieren sich auf die strategischen Prioritäten von The Trade Desk in der DACH-Region, einschließlich Identitätslösungen und Fortschritten im programmatischen Werbegeschäft.

Signal analysieren
Identity15. Sept. 2026

European netID: Deterministische IDs bleiben essenziell für die Kampagnenaktivierung

Daniel Dagehus, CTPO der European netID Foundation, beleuchtet in einem Interview die strategische Rolle deterministischer Identifikatoren im Open Web. Während KI und probabilistische Modelle für Planung und Simulationen wertvoll seien, bleiben deterministische IDs unverzichtbar für die präzise Kampagnenaktivierung sowie die geräteübergreifende Ausspielung an reale Nutzer. netID ist mittlerweile in führende AdTech-Plattformen integriert, darunter The Trade Desk, wo Werbetreibende deterministische Segmente buchen können. Dagehus betont zudem die wachsende Bedeutung direkter Login-Beziehungen für Publisher, um die Nutzerbindung sowie die Unabhängigkeit von großen Tech-Konzernen zu sichern – insbesondere da KI-Chatbots die Customer Journey grundlegend verändern. Der Standard FedCM (Federated Credential Management) spiele dabei eine wichtige Rolle, um Logins zu vereinfachen und First-Party-Data-Strategien der Publisher zu unterstützen.

Signal analysieren

Marktsignale & Strategische Shifts in Echtzeit verfolgen

Erstellen Sie benutzerdefinierte Watchlists, um automatisierte, evidenzbasierte Executive Briefings zu erhalten, sobald wesentliche Signale oder Marktverschiebungen auftreten.