Beobachtetes Signal · 10. Sept. 2026 · Policy Update · Quelle: Meedia · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
BDZV-Geschäftsführer schockiert über politische Ignoranz gegenüber der Presse
In einem Interview mit turi2 zeigt sich Jörg Eggers, Geschäftsführer des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV), tief bestürzt über die Ignoranz der Bundesregierung gegenüber den Herausforderungen der Presse. Er kritisiert fehlende faire Rahmenbedingungen, hohe Steuern auf Zeitungen und die Marktmacht von Tech-Monopolen. Als Gegenreaktion kündigt Eggers strategische Allianzen an, darunter das neue „Bündnis Zukunft Presse“ in Zusammenarbeit mit öffentlich-rechtlichen Sendern und dem Medienverband der freien Presse (MVFP), um gemeinsam für Medienfreiheit und fairen Wettbewerb einzutreten. Zudem thematisiert er die enormen logistischen Herausforderungen beim physischen Zeitungsvertrieb sowie die dringende Notwendigkeit politischer Interventionen, um die Zukunft des unabhängigen Journalismus zu sichern. Weitere Initiativen umfassen Gespräche über Verbandsrückkehrer wie die Funke Mediengruppe und Forderungen nach einem Gipfel der Medienpolitik.
Hochrangige Interessenvertretung eines großen Verlegerverbands zu regulatorischen und wettbewerbspolitischen Hürden, von zentraler Bedeutung für den gesamten deutschen Medien- und Verlagsmarkt.
Marktsignale im Bereich Media Policy in Echtzeit verfolgen
Polaris7 erfasst behördliche Registrierungen, Primärquellen, Führungswechsel und Deal-Aktivitäten rund um die Uhr. Erstellen Sie Ihren kostenlosen Explorer-Workspace, um automatisierte Executive Briefings zu erhalten.
Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- BDZV und MVFP haben das „Bündnis Zukunft Presse“ ins Leben gerufen.
- Der BDZV führt Gespräche mit der Funke Mediengruppe über eine mögliche Rückkehr in den Verband.
- Der BDZV fordert einen nationalen Mediengipfel mit der Bundesregierung.
- Eggers kritisiert das fehlende politische Engagement der Regierung für faire Verleger-Bedingungen.
- Der BDZV setzt sich vehement für eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Zeitungen auf null Prozent ein.
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Verleger fordern Gesetzesfolgenabschätzung zum Schutz der Presse
Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) hat die Bundesregierung aufgefordert, eine verbindliche „Pressefolgenabschätzung“ für sämtliche neuen Gesetze und Reformen einzuführen. Der Verband warnt, dass kumulierte politische Vorgaben die wirtschaftliche Grundlage der freien Presse gefährden. Als konkretes Beispiel nannte der BDZV geplante Einschränkungen bei Minijobs, die die Zustellstrukturen von Print-Zeitungen im frühen Morgenbereich massiv untergraben könnten. BDZV-Hauptgeschäftsführer Jörg Eggers forderte kurzfristig einen Verlegergipfel, um ein Maßnahmenpaket zu verhandeln. Dieses soll faire steuerliche Bedingungen, realistische Zustellstrukturen, weniger Bürokratie sowie ein striktes Moratorium für neue Belastungen ohne vorherige Prüfung umfassen. Zudem wächst die Sorge, dass geplante Änderungen beim Informationsfreiheitsgesetz die journalistische Recherche und Transparenz einschränken könnten. Diese regulatorischen Eingriffe bergen erhebliche Risiken für die Verlagsökonomie, das Medienangebot sowie die allgemeine Marktgesundheit in der deutschen Medienlandschaft.
BDZV und MVFP bündeln Kräfte gegen Big Tech und KI
Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Medienverband der freien Presse (MVFP) haben eine verstärkte Zusammenarbeit unter der Initiative "Bündnis Zukunft Presse" angekündigt. Die beiden Verbände wollen die Verlagsinteressen gemeinsam gegenüber großen Digitalplattformen wie Google und Meta sowie KI-Unternehmen vertreten. Zu den Schwerpunkten gehören die Regulierung marktmächtiger Plattformen, Kartell- und Wettbewerbsrecht, der Schutz journalistischer Inhalte vor Nutzung durch KI-Systeme sowie die Stärkung des Leistungsschutzrechts. Die Kooperation soll den politischen Einfluss in Berlin und Brüssel erhöhen. Die Verbände bleiben eigenständig und planen keine Fusion. Die Ankündigung erfolgte auf einer BDZV-Jahrestagung in Berlin.
VAUNET kritisiert Regulierungspraxis und wachsende Big-Tech-Dominanz im Werbemarkt
Auf seinem Jahresempfang in Berlin hat der Privatsenderverband VAUNET deutliche medienpolitische Kritik geäußert. Vorstandsvorsitzender Claus Grewenig monierte ein gravierendes Umsetzungsproblem bei der Digitalregulierung: 72 % der digitalen Werbeerlöse fließen mittlerweile an globale Big-Tech-Plattformen ab. Statt der versprochenen Entlastung für private Medien entstünden neue regulatorische Hürden. Grewenig forderte daher gelockerte Fusionskontrollregeln sowie eine zügige Verabschiedung des Digitale-Medien-Staatsvertrags (DMStV). Staatssekretär Torsten Welling (Rheinland-Pfalz), Koordinator der Rundfunkkommission, verteidigte den DMStV-Entwurf hingegen als medienpolitisches Meisterwerk, das faire Wettbewerbsbedingungen schaffe und Medienkonzentration im Digitalzeitalter adressiere. In der Debatte prallten Forderungen nach Deregulierung privater Medienanbieter und strengerer Plattformregulierung aufeinander.
Marktsignale & Strategische Shifts in Echtzeit verfolgen
Erstellen Sie benutzerdefinierte Watchlists, um automatisierte, evidenzbasierte Executive Briefings zu erhalten, sobald wesentliche Signale oder Marktverschiebungen auftreten.
