Beobachtetes Signal · 11. Okt. 2026 · Product Update · Quelle: Trending Topics (DACH/CEE Innovation & Tech) · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Positiv
Atoco gewinnt Trinkwasser aus Rechenzentrums-Abwärme
Das kalifornische Startup Atoco hat ein System entwickelt, das mit Abwärme aus Rechenzentren Trinkwasser aus der Luft gewinnt. Bei einer Vorführung im September in Irvine simulierte das Unternehmen 65 Grad Wärme, die der Abwärme eines Rechenzentrums entspricht, und erzeugte Wasser. Die Technologie basiert auf metallorganischen Gerüstverbindungen (MOFs), entwickelt von Nobelpreisträger Omar Yaghi, die Wasserdampf auch bei niedriger Luftfeuchtigkeit einfangen. Die Demo-Anlage liefert bis zu 300 Liter pro Tag mit der Abwärme eines 20-kW-Rechenzentrums. Ein kommerzielles Gerät mit 1.000 Litern pro Tag ist in Entwicklung, erste Bestellungen werden bis Jahresende erwartet. Atoco hat fünf Prototyp-Tests mit Partnern in den USA und den Golfstaaten durchgeführt und führt Gespräche mit großen Tech-Konzernen. Die Kosten liegen derzeit bei rund 5 Dollar pro Tonne Wasser, höher als bei Entsalzung, sollen aber in 3-5 Jahren sinken.
Diese Innovation adressiert Nachhaltigkeitsherausforderungen in Rechenzentren, die ein integraler Bestandteil der AdTech-Infrastruktur sind. Sie könnte zukünftige Rechenzentrumsabläufe und regulatorische Anforderungen beeinflussen und so indirekt die Nachhaltigkeitsziele der Branche unterstützen.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Atocos Demo-Anlage produziert bis zu 300 Liter Trinkwasser pro Tag mit Abwärme eines 20-kW-Rechenzentrums.
- Die Technologie nutzt metallorganische Gerüstverbindungen (MOFs) von Nobelpreisträger Omar Yaghi, die Wasserdampf bereits bei 10-20 % Luftfeuchtigkeit einfangen.
- Ein kommerzielles Gerät mit 1.000 Litern pro Tag ist in Entwicklung; erste Bestellungen werden bis Ende 2026 erwartet.
- Atoco beziffert die Produktionskosten auf rund 5 Dollar pro Tonne Wasser, während Entsalzung weniger als 2 Dollar kostet.
- Die EU verlangt laut Energieeffizienzrichtlinie, dass Rechenzentren über 1 MW ihre Abwärme weiterverwenden.
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Recyceltes Abwasser kühlt KI-Data-Center in der Praxis
Eine virale Marketingkampagne von Liquid Death mit Jason Kelce scherzte über den Einsatz menschlichen Urins zur Kühlung von KI-Rechenzentren. Experten betonen jedoch, dass die zugrundeliegende Idee – die Nutzung von recyceltem Abwasser für die Data-Center-Kühlung – real ist und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ingenieure setzen auf Technologien wie Membranbioreaktoren, Umkehrosmose und Verdunstungskühlung, um aufbereitetes Abwasser anstelle von Trinkwasser in der industriellen Kühlung zu verwenden. Lokale Infrastrukturgrenzen schränken die Verbreitung noch ein; so nutzten Data-Center in Loudoun County (VA) im Jahr 2025 rund 200 Millionen Gallonen recyceltes Wasser pro Tag (43 % des lokalen Bedarfs), während der Rest aus Trinkwasserreserven stammte. Branchenakteure wie Meta investieren gezielt in die Abwasserinfrastruktur, und Wirtschaftsverbände fordern Steuergutschriften, um Wiederverwendungsprojekte zu beschleunigen.
Serwas Technologies sammelt 300.000 Euro Pre-Seed für Server-Abwärme ein
Das Innsbrucker GreenTech-Startup Serwas Technologies hat die erste Tranche seiner Pre-Seed-Finanzierungsrunde mit knapp 300.000 Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von Gateway Ventures, unterstützt durch Business Angels des Pioneers Club und des MCI Innsbruck. Das Unternehmen installiert Server direkt in Gebäuden mit hohem Wärmebedarf wie Hallenbädern, Hotels und Wohnkomplexen. Mithilfe einer proprietären Direct-to-Liquid-Cooling-Technologie wird die Abwärme der Server aufgefangen und in die Heiz- und Warmwassersysteme der Gebäude eingespeist. Die erste Anlage ist in Zusammenarbeit mit den Innsbrucker Kommunalbetrieben in einem Hallenbad in Betrieb. Gegründet wurde das Startup von Manuel Untergasser, Timo Berkmann und Lucas Bolte. Ein Second Closing ist für Oktober geplant, um die weitere Expansion zu finanzieren. Mittelfristig verlagert das Startup den Fokus von anfänglichen Bitcoin-Mining-Workloads hin zu KI-Workloads.
Erneuerbare Energien können Wasserverbrauch von KI-Rechenzentren drastisch senken
Die rasante Expansion von KI-Funktionen verschärft die Konkurrenz um lokale Wasserressourcen in der Nähe von Rechenzentren, da traditionelle Luftkühlungen für Hochleistungs-KI-Prozessoren nicht ausreichen und den direkten Wasserbedarf in die Höhe treiben. Die Internationale Energieagentur schätzt den globalen Wasserverbrauch von Rechenzentren auf rund 560 Milliarden Liter jährlich, während Prognosen der Cornell University besagen, dass US-Rechenzentren bis 2030 allein eine Billion Liter pro Jahr überschreiten könnten. Ein Umstieg von Kohle- und Gaskraft auf Solar- und Windenergie könnte den Wasserfußabdruck der KI-Infrastruktur um bis zu 86 Prozent reduzieren, da diese erneuerbaren Energien kein Kühlwasser für den Betrieb benötigen. Hardware-Innovationen wie Prozessoren mit höheren Betriebstemperaturen sowie geschlossene Kreislauf- oder Immusionskühlsysteme verringern Verdunstungsverluste. Software-Optimierungen und strategische Standortwahlen helfen ebenfalls dabei, die Auswirkungen auf das Wasser zu mindern. Experten warnen jedoch vor einem Rebound-Effekt: Gesteigerte Effizienz könnte zu einer breiteren Nutzung führen und absolute Ressourceneinsparungen ausgleichen, was begleitende Softwarekonzepte und regulatorische Maßnahmen erfordert.
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