Beobachtetes Signal · 20. Sept. 2023 · Regulation · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 3/5 · Sentiment: Negativ
Kartellverfahren: Google räumt heimliche Anhebung der Werbepreise ein
Google sieht sich in den USA einem bedeutenden Kartellverfahren wegen seiner Preisgestaltungsmechaniken im Bereich der digitalem Werbung ausgesetzt. Vor Gericht räumte das Unternehmen Berichten zufolge ein, die von Werbetreibenden für Search Ads gezahlten Preise in den vergangenen Jahren heimlich und ohne Benachrichtigung der Kunden um bis zu ca. 10 Prozent – bei vielen Suchanfragen um rund 5 Prozent – erhöht zu haben. Der Google Ads-Manager Jerry Dischler bestätigte in seiner Zeugenaussage, dass entsprechende Anpassungen des Auktionsprozesses zu höheren Kosten für Werbetreibende führten. Eine interne E-Mail aus dem Jahr 2019 zwischen Dischler und Anil Sabharwal belegt Diskussionen über umsatzsteigernde Strategien durch anziehende Werbepreise. Die US-Regierung verweist auf Googles enorme Search Ads-Einnahmen von über 100 Milliarden US-Dollar im Jahr 2020 als Beleg für dessen Marktmacht. Der zehnwöchige Prozess läuft noch; mit einem Urteil wird erst im kommenden Jahr gerechnet. Das Verfahren verdeutlicht die anhaltende behördliche Prüfung von Googles Dominanz im gesamten Online-Advertising-Ökosystem.
Kartellrechtliches Verfahren gegen Google im Bereich der Werbepreisgestaltung mit potenziell weitreichenden Auswirkungen auf die gesamte Branche und das Ecosystem der digitalen Werbung.
Marktsignale zu Google in Echtzeit verfolgen
Polaris7 erfasst behördliche Registrierungen, Primärquellen, Führungswechsel und Deal-Aktivitäten rund um die Uhr. Erstellen Sie Ihren kostenlosen Explorer-Workspace, um automatisierte Executive Briefings zu erhalten.
Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Google räumte ein, die Werbepreise in den letzten Jahren heimlich um bis zu 10% angehoben zu haben.
- Dischler bestätigte vor Gericht Preissteigerungen von rund 5% bis hin zu 10% bei bestimmten Suchanfragen.
- Werbetreibende wurden über diese Preisanpassungen nicht informiert.
- Im Jahr 2020 erwirtschaftete Google schätzungsweise über 100 Milliarden US-Dollar mit Search Ads (ohne YouTube).
- Eine interne E-Mail aus dem Frühjahr 2019 dokumentierte Strategieberatungen zur Umsatzsteigerung durch höhere Werbepreise.
Verknüpfte Unternehmen
1 verknüpfte UnternehmenVerwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
EU untersucht Googles Methoden bei Suchmaschinen-Werbeauktionen
Die EU hat laut Medienberichten eine neue Kartelluntersuchung gegen Google eingeleitet. Der Vorwurf lautet, das Unternehmen habe Such-Ad-Auktionen manipuliert, um den Clearing-Preis künstlich zu steigern. Google verteidigte sein Echtzeit-Auktionfsystem, wies die Vorwürfe jedoch nicht ausdrücklich zurück. Der Vorfall erinnert an Aussagen im US-Kartellverfahren des DOJ von 2023, wonach Google die Werbepreise bei Bedarf um bis zu zehn Prozent erhöhte, um Umsatzziele zu erreichen. Parallel dazu ergab eine Pew-Research-Studie in den USA, dass 83 Prozent im vergangenen Jahr nicht für Nachrichten bezahlt haben: 45 Prozent sprechen sich für eine Werbefinanzierung aus, während nur elf Prozent Abonnements als Haupteinnahmequelle bevorzugen. Zudem verdeutlichen divergierende Verbraucherausgaben in einer K-förmigen Wirtschaft die anhaltenden Herausforderungen für Reichweite und Monetarisierungsstrategien von Advertisern und Publishern.
Google bringt agentische KI in Gemini für Unternehmen
Bei einer Google-Cloud-Veranstaltung am Donnerstag kündigte Google an, seine Gemini-KI ins agentische Zeitalter zu führen. Ein einheitlicher Agent kann nicht nur Fragen beantworten, sondern Aufgaben eigenständig planen und ausführen. Zunächst für Unternehmen gedacht, kann der Agent mit internen Systemen verbunden werden, benutzerdefinierte Fähigkeiten nutzen und sogar Modelle von Drittanbietern wie Anthropics Claude auswählen. Er verfügt über ein eigenes Workspace-Konto mit E-Mail-Adresse und schreibt ein eigenes Audit-Protokoll. Zu den frühen Testern gehören On, Shopify und PayPal. Gemini hat über 1 Milliarde monatlich aktive Nutzer, und fast 90% der Fortune-100-Unternehmen nutzen Gemini Enterprise.
US-Regierung schließt Microsoft von Visa-Programm aus
Die US-Regierung hat Microsoft von der Beantragung dauerhafter Aufenthaltsgenehmigungen für ausländische Fachkräfte mit H-1B-Visa ausgeschlossen und wirft dem Unternehmen Missbrauch des Programms vor. Vizepräsident JD Vance erklärte, Microsoft habe im vergangenen Jahr 6.000 amerikanische Mitarbeiter entlassen, aber von 6.300 H-1B-Visainhabern profitiert. Das Arbeitsministerium unter Keith Sonderling wird keine neuen Anträge von Microsoft, mehreren Beratungsunternehmen und Adobe annehmen. Dieser Schritt erfolgt wenige Wochen vor den Parlamentswahlen und spiegelt die Kritik der Trump-Regierung am H-1B-Programm wider, das angeblich amerikanische Arbeiter benachteiligt. Microsoft hat noch nicht reagiert. Der Schritt könnte die Fähigkeit der Tech-Branche beeinträchtigen, qualifizierte ausländische Talente zu halten.
Marktsignale & Strategische Shifts in Echtzeit verfolgen
Erstellen Sie benutzerdefinierte Watchlists, um automatisierte, evidenzbasierte Executive Briefings zu erhalten, sobald wesentliche Signale oder Marktverschiebungen auftreten.
