Beobachtetes Signal · 12. März 2019 · Technical Release · Quelle: OnlineMarketing.de · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Adlicious führt proprietäre Metrik Quality TKP ein
Die programmatische Media-Agentur adlicious hat eine neue, patentierte Metrik namens Quality TKP (QTKP) zur ganzheitlichen Messung der Werbewirksamkeit eingeführt. Die Kennzahl berücksichtigt Kosten, Ad Impressions, Formatgrößen, Viewability Rate, Reichweite sowie die Anzahl der Nutzer in der optimalen Kontaktklasse. Die Messung basiert auf vier Leitfaktoren: Zielgruppenreichweite, Umfeldqualität anhand der Anzeigenvisibilität, Formatqualität der Werbemittel und das Erreichen der Zielkontaktfrequenz. Laut adlicious ermöglicht QTKP die Steuerung und den Vergleich sowohl qualitativer als auch quantitativer Kampagnenaspekte und bietet ein qualitatives Maß für die Media-Effektivität jenseits traditioneller Metriken. Die proprietäre Metrik stützt sich auf externe Measurement-Tools und Demand-Side Platform-Funktionen. Das Unternehmen hat bereits Kampagnen für über 100 Kunden umgesetzt und sieht erhebliches Optimierungspotenzial je nach Marktakzeptanz.
Die Einführung einer proprietären Messmetrik durch einen Marktteilnehmer bietet neue Ansätze zur Kampagnenoptimierung, hat jedoch einen moderaten Brancheneffekt.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- adlicious hat die neue Metrik Quality TKP (QTKP) zur Messung der Werbewirksamkeit patentieren lassen.
- QTKP verknüpft Kosten, Ad Impressions, Formatgrößen, Viewability Rate, Reichweite und optimale Kontaktklassen.
- Die Evaluierung erfolgt anhand von vier Faktoren: Reichweite, Umfeldqualität, Formatqualität und Zielkontaktfrequenz.
- QTKP basiert als proprietäre Metrik auf externen Measurement-Tools und DSP-Funktionen.
- adlicious hat programmatische Kampagnen für über 100 Kunden durchgeführt und bestehende Mediapläne analysiert.
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L'Oréal-Experte: Erst die Entscheidung, dann das Dashboard
Kirill Baryshkov, Global Media and Measurement Manager der Consumer Products Division von L'Oréal, plädiert dafür, dass Media-Teams den Fokus auf Entscheidungsfindung statt auf Dashboard-Kennzahlen legen sollten. Er leitet die Media-Effektivität in 38 Märkten, die über 60% der globalen Werbeausgaben repräsentieren. Baryshkov betont, dass viele Kennzahlen keinen inkrementellen Wert zeigen, und befürwortet eine Kombination von Methoden, einschließlich Marketing-Mix-Modellierung, statt einer einzigen Master-Kennzahl. Er warnt vor übermäßigem Vertrauen in plattformberichtete Ergebnisse und Last-Click-Attribution. Während KI bei der Mustererkennung und Prognose hilft, bleibt menschliches Urteilsvermögen entscheidend, um geschäftliche Fragen und Trade-offs zu definieren. Er stellt auch die Debatte zwischen Brand und Performance neu auf: Beide erfüllen unterschiedliche Funktionen und Zeithorizonte. Für 2026 priorisiert er den Aufbau von Messfähigkeiten und eine vernetzte Sicht auf Ausgaben und Ergebnisse, um schnellere und bessere Entscheidungen zu ermöglichen.
KI verschärft Messungsparadox im Marketing, so Kantar
Beim The Drum Live diskutierten Messexperten ein Paradox: Vermarkter haben mehr Daten als je zuvor, aber das Vertrauen in deren Nutzung sinkt. Kantar präsentierte Forschungsergebnisse, die einen Rückgang des Vertrauens bei 800 leitenden Vermarktern weltweit zeigen, der sich im letzten Jahr beschleunigt hat. KI ist sowohl Beitragender als auch potenzielle Lösung, aber die Panelisten warnten, dass KI nur so gut ist wie die Daten, mit denen sie gefüttert wird. Fragmentierung und eigennützige Plattformmetriken verstärken das Misstrauen. Der Konsens tendiert zu Inkrementatilität und ergebnisbasierter Messung statt Last-Touch-Attribution und oberflächlichen Metriken. Organisatorische Ausrichtung auf Erfolgsdefinitionen ist entscheidend. Der Wandel betont auch das Gleichgewicht zwischen kurzfristigen und langfristigen Zielen, wobei das Vertrauen in dieses Gleichgewicht innerhalb eines Jahres von 60 % auf 50 % gesunken ist. Die Vorbereitung von Messsystemen mit ordnungsgemäßer Datentaxonomie und Verantwortung auf C-Ebene ist für die KI-Bereitschaft unerlässlich.
Branchenführer fordern unabhängige Messung für garantierte Medienvielfalt
Beim AGF-Forum in Frankfurt betonten Branchenexperten die dringende Notwendigkeit einer unabhängigen und transparenten Reichweitenmessung zur Sicherung der Medienvielfalt. AGF-Chefin Kerstin Niederauer-Kopf warnte vor intransparenten Daten großer Tech-Plattformen, die oft als Black Boxes agieren. Auf der Veranstaltung wurde demonstriert, wie Künstliche Intelligenz in kürzester Zeit gefälschte Medienangebote und Bot-Traffic erzeugt, was Online-Metriken verfälscht und das Vertrauen untergräbt. Die Redner argumentierten, dass verifizierbare Messungen die fundamentale Basis für Werbeinvestitionen und Content-Produktion bilden, während ihr Fehlen den Medienpluralismus gefährdet. Zudem wurden mögliche Konflikte zwischen dem EU Digital Omnibus und dem European Media Freedom Act sowie die wachsende Bedeutung menschlicher Kontrolle in einer KI-geprägten Medienlandschaft diskutiert.
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