Beobachtetes Signal · 27. Aug. 2026 · Policy Update · Quelle: DWDL · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Negativ
48 Filmverbände fordern Rücknahme der geplanten Kürzungen der Filmförderung
Achtundvierzig deutsche Filmverbände und -institutionen fordern in einer gemeinsamen Erklärung die Bundesregierung auf, die geplante Reduzierung der Filmförderung für 2027 vollständig zurückzunehmen. Die Filmförderanstalt hatte zuvor bekannt gegeben, dass die Fördertöpfe von DFFF und GMPF für das laufende Jahr bereits erschöpft sind. Trotz des früheren Aufstockens auf 250 Millionen Euro plant die Bundesregierung angesichts des Haushaltsdrucks eine Kürzung auf 200 Millionen Euro. Die Verbände werten dies als Vertrauensbruch durch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und warnen vor gravierenden Folgen für Wachstum, Investitionen, Arbeitsplätze und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Sie fordern den Erhalt der Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft.
Nationale Filmförderentscheidungen beeinflussen das Produktionsvolumen, Arbeitsplätze und die Verfügbarkeit von Originalinhalten, was für Content-Ökosysteme und Kinos relevant ist, jedoch die Kerninfrastruktur im Bereich AdTech oder MarTech nicht direkt verändert.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Die Filmförderanstalt (FFA) gab bekannt, dass die Fördertöpfe von DFFF und GMPF für dieses Jahr bereits erschöpft sind und keine weiteren Anträge mehr angenommen werden können.
- Die Bundesregierung hatte die jährliche Filmförderung zuvor auf 250 Millionen Euro erhöht, plant jedoch für das kommende Jahr eine Reduzierung auf 200 Millionen Euro, was einem Minus von 20 Prozent entspricht.
- Eine Koalition aus 48 Filmverbänden, Initiativen und Institutionen fordert in einer gemeinsamen Erklärung die vollständige Rücknahme der geplanten Kürzung für 2027.
- Die Verbände werfen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer einen Vertrauensbruch vor, da zuvor zugesichert worden war, das erhöhte Förderniveau mehrjährig abzusichern.
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Deutschland plant erneute Kürzungen der staatlichen Filmförderung für 2027
Erst kürzlich hatte die Bundesregierung die staatliche Filmförderung für das laufende Jahr auf 250 Millionen Euro fast verdoppelt, doch der Entwurf des Bundeshaushalts für 2027 sieht bereits wieder eine Kürzung auf rund 200 Millionen Euro vor. Während Kulturstaatsminister Wolfram Weimer die vorherige Aufstockung noch als bedeutenden Impuls für den deutschen Produktionssektor gefeiert hatte, reagierten Branchenverbände alarmiert und enttäuscht. Der Verband technischer Betriebe für Film und Fernsehen (VTFF) bezeichnete die geplanten Einsparungen als „fatales Signal“ und warnte vor nachhaltigen Schäden für das Investorenvertrauen sowie den internationalen Ruf des Medienstandorts Deutschland. Auch die Produktionsallianz kritisierte den Verlust an Planungssicherheit scharf und forderte das Parlament nachdrücklich auf, die Fördermittel zu erhalten und die umfassende Filmreform inklusive Investitionsverpflichtungen und steuerlicher Anreize vollständig umzusetzen.
Deutschland beschließt Streaming-Investitionsgesetz und verdoppelt Filmförderung auf 250 Millionen Euro
Das deutsche Kabinett hat eine umfassende Reform der Film- und Medienpolitik auf den Weg gebracht. Die staatliche Filmförderung wird auf 250 Millionen Euro verdoppelt. Gleichzeitig verpflichtet das neue Mediendienste-Investitionsverpflichtungsgesetz Streaming-Dienste, große Sendergruppen sowie öffentlich-rechtliche Anleger zu verstärkten Investitionen in deutsche Produktionen. Der gefundene Kompromiss sieht eine initiale Investitionsquote von 8 Prozent vor, gekoppelt an eine Öffnungsklausel von bis zu 12 Prozent. Branchenstimmen zufolge könnten diese Maßnahmen den deutschen Markt grundlegend umgestalten und in den kommenden fünf Jahren bis zu 15 Milliarden Euro an Investitionen generieren. Bei Nichterfüllung der Vorgaben drohen Ersatzabgaben, die über die Filmförderungsanstalt (FFA) eingezogen werden können. Das genrespezifisch neutrale Gesetz geht nun in die parlamentarische Beratungsphase über, begleitet von einer festangesetzten Evaluierungsphase.
Deutscher Regierungsbeauftragter warnt vor Medienpleiten und fordert Plattform-Abgabe
In einem Interview erörtert Wolfram Weimer aktuelle Bunderegulierungen zur Stärkung der Filmwirtschaft, darunter ein Filmförderpaket von 250 Millionen Euro sowie ein Investitionsverpflichtungsgesetz. Er erklärt, dass die geplanten Fördermittel 2027 um 50 Millionen Euro sinken werden, plädiert jedoch für eine Kombination aus öffentlichen Mitteln und obligatorischen privaten Investitionen in Höhe von rund 15 Milliarden Euro. Weimer lehnt steuerliche Anreize ab und schlägt stattdessen einen 'Plattform-Soli' beziehungsweise 'Digitalsoli' vor, um den Journalismus zu unterstützen und die Marktmacht grosser Social Platforms auszugleichen. Angesichts einer drohenden Pleite-Serie bei lokalen Medien fordert er strengere Regulierungen, härtere Kartellmassnahmen sowie eine mögliche europäische Eigentümerstruktur für TikTok. Das Interview beleuchtet zudem politische Verhandlungen auf Bundes- und Länderebene zur Ausgestaltung der Abgabe und der entsprechenden Verteilungsmechanismen im Medienökosystem.
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