Beobachtetes Signal · 13. Okt. 2026 · Interview · Quelle: Meedia · Relevanz: 4/5 · Sentiment: Positiv
Verve-Chef Remco Westermann: LLM-Werbung wird sehr groß
In einem Interview spricht Verve-CEO Remco Westermann über die Auswirkungen von KI auf das Vertrauen von Verbrauchern und Werbung. Er verweist auf eine Verve-Studie, die zeigt, dass Nutzer KI-generierten Inhalten misstrauen, insbesondere jüngere Zielgruppen (45% der 18- bis 24-Jährigen), aber KI als persönlichen Berater und Shopping-Assistenten vertrauen. Westermann sieht in diesem Vertrauen eine enorme Chance für LLM-basierte Werbung und prognostiziert, dass Chatbots ähnlich wie Google irgendwann werbefinanziert sein werden. Er rät Marken, KI-Kennzeichnung zu nutzen, um Vertrauen aufzubauen, betont aber, dass sie die Botschaft nicht überschatten sollte. Für Vergleichsplattformen wie Check24 oder Booking.com empfiehlt er, KI-Funktionen zu integrieren, um persönliche Beratung zu bieten. Er glaubt, dass LLM-Werbung "sehr groß" wird, mit einer Mischung aus Premium- und programmatischem Verkauf, und dass Verbraucherangebote stärker auf Werbung angewiesen sein werden als B2B-Modelle.
Einblicke eines führenden AdTech-Managers in die Zukunft der LLM-Werbung, gestützt auf Verbrauchervertrauensdaten, sind für die AdTech-Strategie äußerst relevant und deuten auf einen wachsenden Umsatzstrom hin.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Verve-CEO Remco Westermann prognostiziert, dass LLM-Werbung "sehr groß" wird.
- Eine Verve-Studie zeigt, dass 45 % der 18- bis 24-Jährigen ein Vertrauensverlust gegenüber KI-generierten Inhalten berichten.
- Das Hauptgeschäft von Verve liegt in den USA, wo KI-Einsatz in der Werbung weniger kritisch hinterfragt wird als in Deutschland.
- Westermann empfiehlt eine Kombination aus Premium- und programmatischem Verkauf für LLM-Werbeinventar.
- Westermann rät Vergleichsportalen, KI-Fähigkeiten zu integrieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Verknüpfte Unternehmen
6 verknüpfte Unternehmen“Verve-CEO Remco Westermann erörtert die Zukunft der digitalen Werbung sowie LLM-basierte Werbeformate.”
“Westermann nennt Check24 als Beispiel für Vergleichsplattformen, die sich an KI-gestützte Assistenzdienste anpassen müssen.”
“Westermann erwähnt Booking.com als weiteres Vergleichsportal, das vor den Herausforderungen durch KI-Assistenz steht.”
“Westermann verweist auf die Profitabilität von Anthropic, um alternative Geschäftsmodelle abseits von Werbung zu verdeutlichen.”
“Westermann vergleicht die Entwicklung der LLM-Werbung mit dem Google-Modell, bei dem kostenlose Dienste letztlich durch Werbung finanziert w...”
“Westermann führt YouTube als Beispiel für das gleichzeitige Angebot werbefinanzierter und werbefreier Abomodelle an.”
Ontologie & Marktkonzepte
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KI-generierte Werbung mindert das Markenvertrauen bei jedem Dritten
Eine repräsentative Censuswide-Umfrage unter 2.000 Bundesbürgern im Auftrag der Verve Group zeigt gemischte Reaktionen auf KI in der Werbung: 35 % der Befragten gaben an, einer Marke weniger zu vertrauen, wenn sie wissen, dass eine Anzeige KI-generiert ist. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen steigt dieser Wert sogar auf 45 %. Gleichzeitig können sich 69 % vorstellen, basierend auf der Empfehlung eines KI-Chatbots zu kaufen. Zudem bevorzugen 80 % werbefinanzierte App-Vorteile gegenüber Gebühren, äußern jedoch Datenschutzbedenken und ergreifen Schutzmaßnahmen wie Cookie-Ablehnung. Die Ergebnisse sind besonders vor dem Hintergrund von Artikel 50 des EU AI Act relevant, der ab dem 2. August 2026 eine Kennzeichnungspflicht für KI-Werbung vorschreibt. Laut Verve-CEO Remco Westermann akzeptieren Konsumenten KI im Hintergrund, verlieren jedoch bei sichtbarem Einsatz Vertrauen – mit direkten Folgen für Creative Strategy, Compliance und Kennzeichnungspraktiken.
Deutsche bevorzugen KI-Beratung vor KI-Werbung
Laut einer aktuellen Studie von Criteo, die Commerce-Daten von Hunderten CPG-Marken und einer Befragung von über 6.300 Verbrauchern in sechs Märkten kombiniert, treibt ChatGPT zunehmend Traffic auf Produktseiten: Der Anteil an Einstiegen lag von Januar bis Juli durchschnittlich 60 Prozent über dem klassischer Suchmaschinen. Im Juli verzeichneten 86 Prozent dieser Kunden mindestens eine über ChatGPT vermittelte Transaktion. Deutsche Verbraucher sind jedoch bei automatischen Nachbestellungen zurückhaltend: 39 Prozent lehnen dies ab, im Durchschnitt der Märkte sind es 32 Prozent. Eine separate Umfrage von Censuswide für Verve unter 2.000 Erwachsenen in Deutschland zeigt, dass etwa zwei Drittel bereit sind, aufgrund von KI-Chatbot-Empfehlungen einzukaufen, insbesondere bei Reisen, Lebensmitteln und Mode. Die Reaktionen auf KI-generierte Werbung sind polarisiert: 35 Prozent verlieren Vertrauen in die Marke, während etwa 19 Prozent solche Anzeigen positiver bewerten. Jüngere Verbraucher (18-24) sind kritischer: 45 Prozent verlieren Vertrauen, aber 30 Prozent reagieren positiv.
Mediaagenturen prognostizieren Zeitenwende durch KI-Werbung und Conversational Ads
Der Trendmonitor Mediaagenturen 2026 von BVDW und Die Mediaagenturen e.V. signalisiert einen fundamentalen Wandel im Werbemarkt. Aktuell verzeichnen 70 Prozent der Mediaagenturen eine starke Nachfrage nach Digitalwerbung (Vorjahr: 40 Prozent) und prognostizieren für 2027 ein Wachstum von acht Prozent. Während klassisches Search Engine Advertising (SEA) massiv an Bedeutung verlieren dürfte, gewinnen KI-gestützte Kampagnen und Conversational Ads rasant an Relevanz. Video bleibt kurzfristig führend, wird jedoch binnen fünf Jahren voraussichtlich hinter KI-Werbung sowie SEO/GEO auf Platz drei zurückfallen. Parallel dazu treiben Agenturen die Etablierung einheitlicher Identity-Management-Lösungen für die Kampagnensteuerung voran. Angesichts zunehmender Automatisierung von Routineprozessen verschiebt sich das Agenturgeschäft beschleunigt hin zu strategischer Beratung und agentischem Paid Media.
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