Beobachtetes Signal · 16. Okt. 2026 · Market Research · Quelle: Retail-News · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Neutral
Studie: Coupons und Aktionen treiben Spontankäufe
Eine Befragung der Initiative Digitale Handelskommunikation (IDH) zeigt, dass 94% der deutschen Verbraucher regelmäßig oder gelegentlich ungeplante Produkte in ihren Warenkorb legen. Die Studie, basierend auf App-Nutzern von Bonial, marktguru und Shopfully, ergab, dass auffällige Aktionsflächen (46%), Rabattcoupons (41%) und Mengenaktionen wie "3 für 2" (34%) die wirksamsten Kaufanreize sind. Personalisierte Empfehlungen in Apps oder Onlineshops beeinflussen nur etwa 10% der Befragten. Die meisten Impulskäufe finden im stationären Handel statt (72%), wobei Lebensmittel und Snacks die häufigste Kategorie für ungeplante Einkäufe sind. Der Bericht empfiehlt Händlern, klassische Aktionsmechaniken mit digitaler Angebotskommunikation zu verbinden, um Zusatzverkäufe zu steigern.
Liefert Erkenntnisse zum Verbraucherverhalten bezüglich Aktionen und Retail-Media-Effektivität, hat aber keine direkte Auswirkung auf die AdTech-Infrastruktur.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- 94% der deutschen Verbraucher tätigen regelmäßig oder gelegentlich ungeplante Käufe.
- Auffällige Aktionsflächen beeinflussen 46% der Verbraucher; Rabattcoupons 41%; Mengenaktionen 34%.
- Personalisierte Empfehlungen beeinflussen nur 10% der Verbraucher.
- 72% der Impulskäufe finden im stationären Handel statt.
- Lebensmittel und Snacks sind die häufigste Kategorie für ungeplante Käufe (70%).
Verknüpfte Unternehmen
1 verknüpfte Unternehmen“Die von Bonial, marktguru und Shopfully getragene Initiative befragte für die Studie mehrere tausend Nutzer ihrer Apps.”
Ontologie & Marktkonzepte
Verwandte Marktsignale & Trends
Aktuelle verifizierte Unternehmensentwicklungen und Deal-Aktivitäten in diesem Marktsegment.
Konsumenten planen Käufe präzise: Rabatte allein reichen nicht aus
Eine repräsentative Studie von IFH Media Analytics und Media Central unter 1.000 deutschen Verbrauchern zeigt, dass nur 12 % der Käufe spontan erfolgen. Rund 59 % der Konsumenten planen ihre Einkäufe im Voraus und vergleichen gezielt Angebote. Die Untersuchung beleuchtet digitale Kanäle entlang der Customer Journey und macht deutlich, dass Prospekt-Apps (61 %) und Händler-Apps (58 %) zentrale Anlaufstellen für die Preisrecherche sind, wobei Letztere für 49 % auch bei der konkreten Planung eine wichtige Rolle spielen. Als wesentliche Treiber in der Entdeckungsphase erweisen sich Videowerbung (53 %), Influencer (52 %) und Social Ads (50 %). Experten wie Jan Michael Rasimus (DHBW Karlsruhe) betonen, dass große Events wie der Prime Day psychologisch wirken und Verbraucher zunehmend Preisvergleichs- sowie KI-Tools nutzen, was das Targeting im Commerce-Umfeld deutlich datengetriebener macht.
Bonial übernimmt Tjek und expandiert in Nordeuropa
Die Bonial Group, eine Tochtergesellschaft von Axel Springer, hat eine Mehrheitsbeteiligung an Tjek, einer nordischen Handelsmarketing-Plattform, erworben. Diese Akquisition erweitert die Geschäftstätigkeit von Bonial von Deutschland und Frankreich auf Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland und bringt das Unternehmen damit auf insgesamt sechs europäische Märkte. Tjek wurde 2009 gegründet, hat seinen Hauptsitz in Kopenhagen und betreibt digitale Plattformen für Handelsangebote und Prospekte, die monatlich rund 2,5 Millionen Nutzer erreichen. Zu den Plattformen gehören eTilbudsavis in Dänemark, eTilbudsavis und Mattilbud in Norwegen, eReklamblad in Schweden sowie eTarjouslehdet in Finnland. Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Das Management von Tjek, einschließlich CEO Morten Bo und COO Jack Tolboe, bleibt in seinen Funktionen und behält Anteile am Unternehmen. Die Übernahme ist Teil der europäischen Wachstumsstrategie von Bonial, um den Retail Marketing Hub zu stärken und die Möglichkeiten für digitale Werbekampagnen in mehreren Ländern zu erweitern.
IDH-Konsumentenreport Q3-2026: Coupons und Aktionsflächen schlagen Personalisierung im Handel
Der aktuelle IDH-Konsumentenreport für das dritte Quartal 2026 liefert tiefgreifende Einblicke in das veränderte Einkaufsverhalten von Verbraucherinnen und Verbrauchern im digitalen Zeitalter. Die Untersuchung zeigt, dass Konsumentinnen und Konsumenten beim Einkauf im stationären Handel sowie im E-Commerce keineswegs strikt nach Plan vorgehen, sondern gezielt Spontankäufe jenseits des klassischen Einkaufszettels tätigen. Bemerkenswert ist dabei die kanalübergreifende Erkenntnis zur Werbewirkung: Klassische Promotionsmittel wie Coupons und prominente Aktionsflächen erzielen im Marktvergleich eine deutlich höhere Conversion und Relevanz als datengetriebene, hyper-personalisierte Ansprachen. Für Marken, Retailer und die datengetriebene Werbeindustrie unterstreicht dieser Befund die strategische Notwendigkeit, Retail Media Budgets kanalübergreifend optimal auszusteuern und klassische verkaufsfördernde Maßnahmen stärker mit modernen Performance-Marketing-Ansätzen zu verzahnen, um die tatsächlichen Kaufentscheidungen am Point of Sale nachhaltig zu beeinflussen.
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