Beobachtetes Signal · 19. Okt. 2026 · Policy Update · Quelle: Tech.eu (European Tech & Deals) · Relevanz: 2/5 · Sentiment: Positiv
Deutsche VCs fordern 15 Mrd. € jährliche Förderung
Das German Venture and Growth Forum (GVGF), das über 20 führende deutsche VC-Fonds mit 28 Mrd. € verwaltetem Vermögen vertritt, fordert die Mobilisierung von rund 15 Mrd. € zusätzlichem privatem Kapital pro Jahr zur Finanzierung deutscher Tech-Startups. Der Aufruf erfolgt beim Invest in Germany Summit, der ersten Investorenkonferenz der Bundesregierung. Das GVGF weist darauf hin, dass nur ein Drittel der 5,1 Mrd. €, die im ersten Halbjahr 2026 in deutsche Startups investiert wurden, von inländischen Investoren stammte, während US-Investoren bei großen Runden das europäische Investment übertrafen. Das Forum fordert deutsche Pensionsfonds, Versicherer und Stiftungen auf, ihre VC-Allokation von 0,1% auf 2% ihres Vermögens von 2,8 Bio. € zu erhöhen. Es warnt vor Risiken für Wirtschaft und technologische Souveränität durch die Abhängigkeit von ausländischem Kapital.
Dieser Artikel zeigt einen politischen Vorstoß deutscher VCs zur Erhöhung der inländischen Finanzierung von Tech-Startups, was das AdTech/MarTech-Ökosystem durch mehr heimische Innovation fördern könnte, aber nicht direkt Werbetechnologie betrifft.
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Wichtigste Kernpunkte & Evidenz
- Das GVGF vertritt über 20 deutsche VC- und Wachstumsfonds mit 28 Mrd. € verwaltetem Vermögen.
- 5,1 Mrd. € wurden im ersten Halbjahr 2026 in deutsche Startups investiert, weniger als ein Drittel davon von inländischen Investoren.
- Das GVGF schätzt, dass Deutschland jährlich rund 15 Mrd. € zusätzliches privates Kapital für Wachstumsunternehmen mobilisieren könnte.
- Deutsche Pensionsfonds haben nur eine Allokation von 0,1% in Venture Capital, durchschnittlich 400 Mio. € pro Jahr im letzten Jahrzehnt.
- Der Invest in Germany Summit ist die erste Investorenkonferenz der Bundesregierung.
Verknüpfte Unternehmen
1 verknüpfte UnternehmenPan-europäischer Frühphasen-Investor für Technologieunternehmen mit Fokus auf Pre-Seed bis Series A.
“Christian Nagel, Co-Founder und Partner bei Earlybird Venture Capital, kommentierte die Investitionslücke in Deutschland.”
Ontologie & Marktkonzepte
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Playbook fordert Versicherer zu Venture-Capital-Investitionen von 15 Milliarden Euro auf
Eine Koalition aus 24 Venture-Capital-Firmen unter dem Dach des „German Venture & Growth Forum“ hat auf dem Investorenkongress Super Return in Berlin ein Playbook vorgestellt, um Versicherer und Pensionskassen gezielt an Venture- und Growth-Equity-Strategien heranzuführen. Die Initiative zielt darauf ab, rund 15 Milliarden Euro zu mobilisieren, indem institutionelle Investoren überzeugt werden, etwa 2 Prozent ihrer Assets in Venture-Strategien zu allokieren. Das Playbook skizziert einen Fünf-Punkte-Ansatz – darunter strategische Allokation, ein 5P-Framework für die Fondsauswahl und Portfoliodiversifikation –, um wahrgenommene Risiken und regulatorische Bedenken abzubauen. Deutschland verfügt über mehr als zehn Billionen Euro an Privatkapital, lenkte zuletzt jedoch jährlich nur rund 400 Millionen Euro in europäische Venture- und Growth-Fonds. Die WIN-Initiative der Bundesregierung strebt an, das privat mobilisierte Kapital auf über 25 Milliarden Euro zu steigern, wobei bislang jedoch erst ein niedrigerstelliger Milliardenbetrag eingeworben wurde.
Deutscher Wagniskapitalmarkt erlebt stärkstes Quartal seit 2021
Laut KfW Research erhielten deutsche Start-ups im dritten Quartal 2026 über 4,5 Milliarden Euro Wagniskapital – das höchste Quartalsvolumen seit dem vierten Quartal 2021. Dies entspricht einer nahezu Vervierfachung gegenüber dem dritten Quartal 2025. Der Anstieg wird durch wenige Mega-Runden getragen: Sechs Deals mit jeweils über 100 Millionen Euro machten zusammen über 3,5 Milliarden Euro aus. Zudem boomt KI: 3,1 Milliarden Euro (69 % des Volumens) flossen in KI-orientierte Start-ups. Gleichzeitig sank die Zahl der Deals (ab 1 Million Euro) auf nur 89 im dritten Quartal – einer der niedrigsten Werte der letzten Jahre. Dies deutet auf eine Konzentration des Kapitals auf wenige, besonders erfolgreiche Unternehmen hin. In den ersten neun Monaten wurden insgesamt 9,5 Milliarden Euro investiert, mehr als in den Gesamtjahren 2023, 2024 und 2025. Deutschland zählt inzwischen 43 Einhörner. Die KfW erwartet eine Fortsetzung des Trends mit Fokus auf große Finanzierungsrunden.
Deutsches VC-Wachstum: US-KI-Gigadeals halten den Abstand
Der deutsche Venture Capital-Markt ist stabil in das Jahr 2026 gestartet: Laut dem KfW Venture Capital Dashboard sammelten deutsche Start-ups im ersten Quartal 2026 rund 1,7 Milliarden Euro ein – ein Plus von sechs Prozent im Jahresvergleich, aber ein Rückgang von 15 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025. Auf Series A- und B-Runden entfielen etwa 726 Millionen Euro, während Scale-up-Runden (Series C+) 714 Millionen Euro ausmachten. Deutsche KI-Start-ups schlossen 71 Runden über insgesamt rund 967 Millionen Euro ab und machten damit 58 Prozent des Marktvolumens aus (gegenüber rund 43 Prozent im Vorjahr). Demgegenüber steht der US-Markt, in dem eine Handvoll KI-Gigadeals – insbesondere OpenAI, Anthropic, xAI und Waymo – im ersten Quartal 188 Milliarden US-Dollar (rund 160,6 Milliarden Euro) einbrachten. Mehr als drei Viertel des Kapitals in Deutschland stammten von ausländischen Investoren, wobei US-Investoren 34 Prozent bereitstellten. KfW-Chefökonom Dirk Schumacher warnte, dass steigende Zinsen die Mittelbeschaffung in den kommenden Monaten erschweren könnten.
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